Ratgeber Yachtcharter

Urlaub an Bord einer Charteryacht bedeutet
Entspannung pur und viel Zeit für die Liebsten.

Um eine erlebnisreiche und erholsame Zeit an Bord einer Yacht zu genießen, muss man nicht zwangsläufig zum Bootseigner werden. In allen Revieren weltweit, an der Küste wie an Binnengewässern, gibt es heute gute Angebote an Segelyachten, Motoryachten und Hausbooten für die Yachtcharter, also das tage- oder wochenweise Mieten von Booten. Erfahrene Charteragenturen stehen in Deutschland für die Vermittlung von Yachten im Ausland zur Verfügung und beraten den Kunden.
Auch ohne eigenes Boot werden Sie so für den Urlaubstörn zum Skipper, wenn Sie sich in der Bootsführung sicher fühlen. Möchten Sie die Verantwortung für die Charteryacht nicht selbst übernehmen, können Sie auch eine Yacht mit erfahremem Skipper chartern oder auch eine einzelne Koje auf einem organisierten Törn mit weiteren Chartergästen. Für Bootseinsteiger eine gute Möglichkeit praktische Erfahrung zu sammeln.
Auf den folgenden Seiten haben wir für Sie einen Ratgeber zusammengestellt, in dem die wichtigsten Fragen rund um die Organisation und Durchführung eines Chartertörns angesprochen werden. Diese "Checkliste" soll Ihnen helfen aus Ihrem Chartertörn ein unvergessliches Urlaubserlebnis werden zu lassen.
Weiterführende Informationen finden Sie zudem auf der Internetpräsenz des Arbeitskreis Charterboot, einem Zusammenschluss von Charterunternehmen innerhalb des BVWW: www.charterboot.net .

Tipps für Charterer

   Direktanbieter oder Agentur? Wer ist der richtige Anbieter?

Charteryachten gibt es auf der Welt fast wie Sand am Meer. In allen Revieren der Welt gibt es kleinere und größere Firmen, die Yachten besitzen und betreiben, um sie zu verchartern. Manche Firmen haben ihre Yachten alle an einer Charterbasis, andere unterhalten diverse Charterbasen, zum Teil sogar in unterschiedlichen Ländern.

Drei Wege bieten sich an, wenn Sie sich auf die Suche nach einem passenden Anbieter für Ihren Charterurlaub machen wollen:

Besuch einer Wassersportmesse
Die großen Wassersportmessen in Deutschland haben alle eigene Messebereiche für den Chartermarkt. Die boot Düsseldorf bietet beispielsweise den größten maritimen Reisemarkt Europas.
Der große Vorteil eines Messebesuchs: der persönliche Kontakt zu einer großen Zahl von Anbietern. Schon ein einziger Messetag reicht aus, um mit einer ganzen Reihe von Anbietern persönlich über Ihre Charterpläne zu sprechen und sich ein Angebot erstellen zu lassen. Am Messestand bekommen Sie auch gleich einen Eindruck von der Arbeitsweise und Qualität der verschiedenen Anbieter. Für die Vertrauensangelegenheit Charterurlaub sicher nicht die schlechteste Basis! Außerdem gibt es auf den Messen unabhängige Angebote zur Törnberatung.

Suche im Internet
Natürlich hat sich das Internet auch im Chartermarkt als weltweite Angebotsplattform etabliert. Schon die einfache Abfrage in einer Suchmaschine zum Begriff "Yachtcharter in..." liefert eine endlose Trefferliste. Der Vorteil für Sie: ganz unverbindlich und ohne Druck können Sie zu Hause am Schreibtisch die Angebote aller Anbieter studieren. Der Nachteil: in der Flut der Suchergebnisse fällt eine Bewertung der Anbieter gerade dem weniger erfahrenen Charterkunden oft schwer. Wichtig dabei ist darum: prüfen und vergleichen Sie die Anbieter und die Angebote genau und bis ins Kleingedruckte. Im Internet fehlt der persönliche Kontakt, der Ihnen helfen kann.

Für den Einstieg in Ihre Internetsuche nach einem Charteranbieter empfehlen wir Ihnen folgende Webseiten zum Thema Yachtcharter, auf denen Sie Verzeichnisse mit Anbietern finden, von denen Sie erfahrungsgemäß zuverlässige Charterangebote erwarten dürfen:

charterboot.net
Charterportal des Arbeitskreis Charterboot im Bundesverband Wassersportwirtschaft, einem Zusammenschluss von namhaften und bekannten deutschen Charterunternehmen. Das Portal enthält eine Charterdatenbank mit weltweiten Angeboten.

Die ADAC Sportschifffahrt
Wassertourismus-Guide der ADAC Sportschifffahrt mit einer Charterdatenbank für weltweite Yachtcharterangebote

boot.de
Wassersportportal der boot Düsseldorf mit großer Rubrik zum Thema Yachtcharter und einem umfangreichen Verzeichnis der Aussteller im Bereich Yachtcharter.

Fachmedien
Alle Fachmedien des Wassersports beschäftigen sich auch mit dem Thema Yachtcharter. Hier gibt es nicht nur viele Tipss, Ratschläge und Revierberichte, sondern auch umfangreiche und sortierte Anzeigenmärkte, in denen Charterfirmen auf Ihre Angebote hinweisen:

Yacht, boote, Charter Horizonte, Segeln, Segler Zeitung etc.

Über diese drei Wege kommen Sie mit Sicherheit zu einer Fülle möglicher Alternativen für Ihren Charterurlaub. Gerade wenn es um internationale Yachtcharter geht, ist es für den Kunden nicht immer einfach, den passenden Anbieter für seine Wünsche und Vorstellungen zu finden, der zuverlässig Yachten in gutem Zustand und mit ordentlichem Service im weit entfernten Wunschrevier zur Charter anbietet. Wie in anderen Bereichen der Reisebranche auch, haben sich Charteragenturen darauf spezialisiert, als Vermittler zwischen den Charteranbietern und den Charterkunden zu fungieren.

Auf der Suche nach dem richtigen Anbieter für Ihren Bootsurlaub haben Sie also grundsätzlich zwei Möglichkeiten, eine Yacht zu chartern: direkt von einem Charteranbieter oder über eine Charteragentur, die Ihnen die Yacht eines Anbieters vermittelt. Beide Möglichkeiten haben Vorteile, Sie als Kunde sollten aber die grundlegenden Unterschiede beider Modelle auch in rechtlicher Hinsicht kennen. Daher sollte aus Ihren Angebots- und Vertragsunterlagen auch klipp und klar hervorgehen, ob Sie den Chartervertrag bei einem Direktanbieter unterschreiben oder ob eine Vermittlung über eine Charteragentur stattgefunden hat.

1. Direktanbieter von Charteryachten

In diesem Fall chartern Sie Ihre Urlaubsyacht unmittelbar vom Betreiber der Yacht. Er macht Ihnen direkt ein Angebot, mit ihm schließen Sie den Chartervertrag und an ihn zahlen Sie die Chartergebühren. Damit ist klar, dass alle Rechte und Pflichten des Chartervertrages ausschließlich zwischen Ihnen und dem Vercharterer bestehen.

2. Chartern über eine Charteragentur

Buchen Sie eine Yacht über eine Charteragentur wird diese als Vermittler tätig. Das bedeutet, dass der Chartervertrag zwischen Ihnen und dem Flottenbetreiber im In- oder Ausland zustande kommt. Die Chartergebühr wird an die Agentur gezahlt und von dieser an den Flottenbetreiber weitergeleitet.

   Der Preis ist nicht alles - Angebote genau prüfen

Angebot ist nicht gleich Angebot und der Preis unter dem Strich ist bei weitem nicht das einzige Entscheidungskriterium. Schauen Sie sich die Ihnen vorliegenden Angebote genau an und vergleichen Sie diese auch im Detail. Die folgenden Punkte sollten in einem seriösen Angebot auf jeden Fall spezifiziert sein:

Firmenname und sämtliche Kontaktdaten des Anbieters inklusive des Namens Ihres Ansprechpartners die Nummer des Handelsregistereintrags und die Steuernummer des Unternehmens ebenso wie der Name des Geschäftsführers Klare Kennzeichnung, ob es sich um einen Direktanbieter (den Betreiber des Charterschiffes) oder eine Charteragentur (Vermittler zwischen Betreiber und Kunde) handelt Benennung des Hafens, ab dem das Schiff verchartert wird und in dem es wieder abzugeben ist Genaue Typenbezeichnung der angebotenen Yacht inklusive der notwendigen technischen Daten (Baujahr, Länge, Breite, Zahl der Kabinen / Kojen, ggf. Tiefgang und Masthöhe, Frischwasser-, Abwasser- und Treibstofftanks, Motorisierung) im Preis (nicht) enthaltene Ausstattungsmerkmale (z.B. Beiboot, Spinnaker, Heckanker etc.) im Preis (nicht) enthaltene Serviceleistungen (z.B. Flughafentransfer etc.) Detaillierter Charterpreis inklusive Steuern, Abgaben, anfallender Neben- und Verbrauchskosten und verpflichtender Zusatzleistungen sowie den Zahlungsmodalitäten Höhe der zu leistenden Kaution Möglichkeiten zur Ausstellung eines Sicherungsscheins für geleistete Zahlungen

Sagt Ihnen das Angebot zu und kommt es zum Vertragsschluss, dann bestehen Sie auf Ausstellung eines schriftlichen Chartervertrages, in dem alle Details geregelt sind.

   Der Chartervertrag - Was muss drin stehen?

Sagt Ihnen das Angebot eines Charteranbieters zu und kommt es zum Vertragsschluss, dann bestehen Sie auf Ausstellung eines schriftlichen Chartervertrages. Prüfen Sie, ob Ihr Anbieter ordentliche Vertragsunterlagen bereitstellt. Sofern AGB Bestandteil des Vertrages sind, lassen Sie sich diese aushändigen und prüfen Sie deren Inhalt.

Ein ordentlicher Chartervertrag sollte Aufschluss über die folgenden Punkte geben:

Genaue Bezeichnung der Vertragspartner mit allen notwendigen Angaben (Firmenname, Kontaktdaten etc.) die Nummer des Handelsregistereintrags und die Steuernummer des Unternehmens ebenso wie der Name des Geschäftsführers Klare Kennzeichnung, ob es sich um einen Direktanbieter (den Betreiber des Charterschiffes) oder eine Charteragentur (Vermittler zwischen Betreiber und Kunde) handelt Genaue Bezeichnung der vercharterten Yacht mit Spezifikation der notwendigen technischen Daten Genaue Angabe des Charterzeitraums mit Angabe von Datum und Uhrzeit für den Beginn und das Ende Benennung des Hafens, ab dem das Schiff verchartert wird und in dem es wieder abzugeben ist Zu zahlender Gesamtpreis mit Aufgliederung aller Preisbestandteile und der vorgesehenen Zahlungsmodalitäten Insolvenzabsicherung des vorab gezahlten Reisepreises Regelungen zu Höhe und Hinterlegung der Kaution Detaillierte Ausrüstungsliste der Charteryacht inklusive Auflistung des zur Verfügung gestellten Kartenmaterials Spezifikation der im Charterpreis enthaltenen Servicelkeistungen Spezifikation im Charterpreis enthaltener Versicherungen mit Angabe von Selbstbeteiligungsregelungen Information über die zu erfolgende Einweisung und zu den Rückgabemodalitäten Genaue Angaben zum Revier, in dem gefahren/gesegelt werden darf, mit Angabe aller Beschränkungen (Nachtfahrten) Geforderte  Befähigungsnachweise des Skippers und der Crew Information über die Modalitäten der Übernahme und Rückgabe der Yacht sowie Einweisung in die technischen Einrichtungen Regelungen für unterwegs erforderliche Reparaturen am Charterschiff oder bei Ausfall der Yacht Information über Rücktrittsrechte des Charterers und des Vercharterers Bedingungen bei verspäteter Übernahme oder Rückgabe der Yacht

   Welche Charteryacht ist am besten für mich geeignet?

Ganz ähnlich wie bei der Auswahl des Charterreviers sollten Sie sich bei der Auswahl der Charteryacht von der Frage leiten lassen, mit wem Sie auf Chartertörn gehen. Zwei wesentliche Faktoren beeinflussen die Entscheidung:

Größe und Fahreigenschaften einer Yacht stellen unterschiedliche Anforderungen an das Erfahrungsprofil des Skippers und der Crew. Für die ersten Törns ist der Skipper gut beraten, sich auf eine mittlere Bootsgröße von 10 bis 12 Meter zu beschränken. Ebenso wird der Skipper mit einer erfahrenen Crew eher bereit sein, größere Yachten zu chartern als mit einer weniger erfahrenen Besatzung, die mehr Anleitung braucht. Auch die Erwartungen der Teilnehmer an den Charterurlaub beeinflussen die Auswahl der Yacht. Für eine erfahrene Crew, die einen aktiven Charterurlaub mit großem Erlebnis- und Abenteuerfaktor erwartet, sollte ein sportlicheres Modell in Erwägung gezogen werden. Eine Familie mit Kindern braucht vor allem ausreichend Platz und ein gutmütiges Schiff mit einer geräumigen Badeplattform.

Machen Sie sich vorab ein Bild von den Wünschen aller Mitsegler und besprechen Sie diese vor der Buchung mit Ihrem Vercharterer. Er wird Ihnen gerne Empfehlungen hinsichtlich geeigneter Yachtmodell für Ihre Anforderungen geben.

   Übernahme der Charteryacht - Worauf muss ich achten?

Wochenlang haben Sie sich voller Vorfreude auf den Charterurlaub zu Hause in Geduld geübt und den Törn geplant und vorbereitet. Endlich am Starthafen angekommen ist der Wunsch verständlicher Weise groß, die Leinen möglichst schnell loszuwerfen und in See zu stechen. Das leidige Ritual einer ordentlichen Übernahme der Charteryacht vom Vercharterer löst da natürlich selten Begeisterung aus, wer schlägt sich schon gerne mit Formalien rum, wenn der Urlaub endlich starten soll? Ist auch noch der Vercharterer in Hektik, weil er eine ganze Handvoll Boote möglichst gleichzeitig übergeben soll, leidet schnell die Disziplin, mit der Sie sich der Übernahme Ihrer Charteryacht widmen sollten.

Eine gute Übergabe, bei der vorhandene Blessuren und Schäden an der Yacht genau dokumentiert werden, sichert Ihnen im Zweifelsfall die Rückerstattung Ihrer Kaution und bewahrt Sie vor nicht eingeplanten Kosten für den Charterurlaub. Und auch eine ausführliche Einweisung in die Handhabung und die technischen Einrichtungen der Charteryacht sichert Ihnen unter Umständen mehr als nur eine entspannte Zeit an Bord.

Die Übergabe der Charteryacht

Ein professionell arbeitender Vercharterer hat für die Übergabe der Charteryacht ein vorgefertigtes Formular, in dem die wichtigen Bereiche der Yacht aufgelistet und vielleicht sogar eine Skizze des Rumpfes und des Decks vorgezeichnet sind, in denen beschädigte Stellen markiert werden können.

Vorsicht ist geboten, wenn der Vercharterer Sie bei der Übergabe mit einer Liste einfach alleine lässt. Fragen Sie explizit nach bestehenden Schäden und bestehen Sie auf der gemeinsamen Besichtigung der Charteryacht, denn Sie möchten am Ende nicht für Lackschäden am Rumpf, verbogene Reelingsstützen oder einen demolierten Bugkorb verantwortlich gemacht werden, wenn diese Schäden bereits vorhanden waren.

Aber begutachten Sie die Yacht nicht nur von außen, sondern schenken Sie auch den "Innereien" Ihre Aufmerksamkeit: macht der Motor einen guten Eindruck oder deuten Ölverschmierungen auf Undichtigkeiten hin? Funktionieren die elektronischen Instrumente am Navigationstisch, die Toiletten und die Einrichtungen der Pantryküche?

Halten Sie alle gefundenen Auffälligkeiten im Übergabeprotokoll fest, welches am Ende von Ihnen und dem Vercharterer unterschrieben wird.

Die Einweisung in die Charteryacht

Je mehr verschiedene Charteryachten Sie im Laufe Ihrer Karriere als Charterskipper kennenlernen, desto leichter wird es Ihnen fallen, sich schnell auch auf einer unbekannten Charteryacht zurechtzufinden. Im Prinzip funktionieren Yachten und ihre technischen Einrichtungen nach den gleichen Prinzipien und so gibt es auf jedem Schiff Wiedererkennungseffekte.

Dennoch hat jede Yacht auch Ihre Eigenheiten: eine ungewohnte Position der Seeventile; ein Kartenplotter von einem anderen Hersteller, dessen Menüführung Sie noch nicht kennen; Erfahrungswerte bei der optimalen Einstellung der Fockholepunkte; oder eine scharfe Kante an der Fußreeling, die man bei der Positionierung der Festmacherleinen besser im Auge haben sollte.

Lassen Sie sich die Handhabung und die technischen Einrichtungen des Charterschiffes in aller Ruhe erklären. Lieber vorab mit dem kundigen Vercharterer einige Fragen zuviel klären, als später beim Anlaufen des Liegeplatzes unter vielleicht schwierigen Bedingungen erst im Schiffshandbuch nachschlagen zu müssen.

   Service bei Problemen - Wer hilft unterwegs?

Auch eine perfekte Vorbereitung kann nicht zu 100% ausschließen, dass es unterwegs auf dem Chartertörn einmal zu unerwarteten Schwierigkeiten kommt. Jetzt kann sich Ihr Vercharterer beweisen, indem er Ihnen gegenüber als zuverlässiger, kulanter Partner auftritt und hilft, auftretende Probleme aus dem Weg zu räumen.

In jedem Fall gilt, sprechen Sie zu allererst mit dem Vercharterer. Schildern Sie Ihr Problem oder Ihre Sorgen und geben Sie ihm Gelegenheit für Abhilfe zu sorgen. Für technische Probleme unterwegs haben viele Vercharterer ein Serviceteam im Einsatz, das vor Ort Unterstützung bietet. Wenn Sie über eine Charteragentur gebucht haben, dann infomieren Sie bei größeren Problemen auch die Agentur, die Ihnen ggf. auch Unterstützung bieten kann.

Und noch ein eiserner Grundsatz: Wenn Ihnen ein Fehler unterläuft und daraus ein Schaden entsteht, verschweigen Sie diesen nicht, sondern sprechen Sie auch in diesem Fall zuallererst mit dem Vercharterer. Auch der Vercharterer schätzt einen offenen und ehrlichen Umgang und wird sich dann deutlich kulanter zeigen und Lösungswege vorschlagen.

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