Mittelmeer

Sonnige Törns

Von drei Kontinenten, bzw. von über 20 Ländern aus, hat man Zugang zum Mittelmeer. Der oft genannte mediterrane Flair oder Charme ergibt sich daraus, dass dieser Bereich in der Tat ein ganz eigenes Klima mit eigener Flora und Fauna hat. Für den Segelspaß sorgen über die Segelwelt hinaus berühmte Winde wie zum Beispiel der sich schon in den Pyrenäen aufbauende „Mistral“, der in Südfrankreich für schief gewachsene Bäume sorgt, bevor er aufs Mittelmeer hinaus bläst, der entgegengesetzt von Afrika gen Norden wehende „Schirokko“, mit dem sogar Sand aus der Sahara bis nach Deutschland gelangen kann oder der spanische Ostwind „Levante“, der vorrangig in den Wintermonaten die Wellen des Mittelmeeres gegen die Atlantikströmung bei der Meerenge von Gibraltar drückt. Zusammengefasst kann man sagen, dass es in der von großen Gebirgen umstellten Mittelmeerregion zu jeder Jahreszeit Wind gibt, vorwiegend vom europäischen Festland aus – also aus nördlicher Richtung.

Passende Reviere für jeden Geschmack 

So ist es auch nicht verwunderlich, dass quasi alle Länder mit Mittelmeeranbindung den Wassersporttourismus hegen und pflegen und immer wieder neue und größere Projekte wie beispielsweise in Kroatien für den Boot-Sport in Angriff genommen werden. Ein dortiges Marina-Projekt mit Namen „Kroatischer Traum", 30 Kilometer südlich von Dubrovnik gelegen, soll nach Vorstellungen der Entwickler den Charme von Saint Tropez und Porto Cervo, mit den luxuriösen Häfen von Cannes und Monte Carlo vereinen. Für eine Fläche von 5.000 Hektar sind hunderte neue Anlegeplätze, Apartments und Hotels an einer Promenade mit Geschäften, ein Stadion, eine Mehrzweck-Halle für Konzerte und Sportveranstaltungen und sogar ein Filmstudio und ein Business-Flughafen erdacht worden. Nur ein Beispiel für den Konkurrenzkampf der Länder um vom Meer aus kommende oder dort charternde Besucher. Durch die vielen Inseln, gerade im griechischen Bereich, die urigen Gegenden wie Sardinien oder Korsika und die unzähligen kleinen Buchten zum Beispiel an der spanischen Südküste hat die Mittelmeerregion aber auch viele Angebote für Segler und Motorbootfahrer, die es lieber ruhig und abgeschieden mögen.

Überwintern im Mittelmeer

Das im Mittelmeer südöstlich gelegene Zypern ist ein Ganzjahresrevier und einer der wenigen Orte selbst im Mittelmeer, wo auch dann noch die Sonne scheint, wenn hier zu Lande winterliche Wolken den Horizont tiefer legen. Für einen sonnigen Segeltörn entweder sehr spät oder auch ziemlich früh im Jahr also bestens geeignet. Außerdem ist die Republik Zypern ein wahres Kinderparadies - ein ideales Reiseziel für Segler mit frischem Nachwuchs. Wer im Winter das türkische Festland ansteuert, meidet die Hitze des dortigen Segelsommers und damit auch überfüllte Häfen und Ankerplätze. Der Golf von Fethiye als Beispiel ist ein geschütztes Seegebiet mit wunderschönen Ankerplätzen. Die Ansteuerung ist leicht und die Wassertiefen sind fast überall ausreichend. Oft haben die ansässigen Tavernenwirte eigene Stege für Yachteigner gebaut, manchmal sogar mit Muringleinen, an denen kostenlos festgemacht werden kann. Vorsicht ist in der Region geboten bei den nach Süden offenen Buchten, denn schnell kann mal ein Gewitter aufziehen und dann nimmt der Wind innerhalb von wenigen Minuten auf Sturmstärke zu.

Klassiker Côte d'Azur 

Für viele schlägt zwischen Nizza und Cannes das eigentliche Herz der Côte d'Azur. Antibes und Cannes sind dabei die wichtigsten Häfen der Region: Antibes als großes, kommerzielles Yachtzentrum und Cannes mit seinem sehr regen Yachtclub und vielen internationalen Regatten. Regionale Köstlichkeiten wie Pasteten, Meeresfrüchtesalate oder frische Baguettes gibt es gleich in den Restaurants in den Häfen. Doch Vorsicht: An dieses Leben der Genießer und Bonvivants an der Azurküste kann man sich nur zu schnell gewöhnen und darüber den Segeltörn zum nächsten Anlegeplatz verbummeln. Und dabei gibt es doch noch so viel Entdeckenswertes in der Mittelmeerregion!

Weitere Infos unter: www.boot.de

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