Erste Schritte

Ein kleine Anleitung
für Einsteiger

Oft beginnt die Begeisterung für Motorboote mit dem Fahren eines kleineren Schlauch- oder Sportbootes. Nach einiger Zeit stellt man sich dann die Frage, wie es wäre, auch mal mit einem Kajütboot, einer größeren Motoryacht oder einem Hausboot eine längere Tour zu unternehmen. Der Umstieg auf größere Boote vollzieht sich meist schrittweise, so dass die Umstellung eigentlich keine große Hürde bedeutet.

Natürlich gilt auch hier, dass zum Führen eines Bootes bei einer Motorisierung mit mehr als 15 PS (11,03 KW) je nach Revier entweder der Sportbootführerschein See oder Binnen benötigt wird. Bis zu 15 PS können auch größere Boote ohne Führerschein gefahren werden.  Eine praktische Ausnahme, auch um das Fahren mit größeren Yachten kennen zu lernen, ist die Beifahrerregelung: Wenn man gesundheitlich fit ist und jemanden mit Yacht und Führerschein kennt, kann man unter dessen Aufsicht durchaus auch mal das Steuer übernehmen und erste Erfahrungen bei der Bedienung machen.

Das Führen einer größeren Yacht bringt durchaus Unterschiede zum Sportboot fahren mit sich. Schon durch den Größenunterschied brauchen die Manöver mehr Raum. Zusätzliche technische Einrichtungen wie z.B. Bugstrahlruder unterstützen das Handling größerer Yachten, müssen aber sachkundig bedient werden. Die gewohnte Übersicht über das gesamte Schiff zu haben, ist ab einer bestimmten Größe schwieriger und je größer die Yacht ist, desto mehr Angriffsfläche bietet sie Wind, Wellen und Strömung. Auch die Motorisierung ist natürlich an die Größe angepasst. Größere Yachten verfügen häufig über eine Doppelmotorisierung mit je einem Propeller auf der rechten und der linken Seite des Schiffs.

Nicht zuletzt werden mit dem größeren Schiff auch anspruchsvollere Reviere befahrbar, so dass auch die Anforderungen an die Kenntnisse in der Seemannschaft zunehmen werden. Von behördlicher Seite aus sind zusätzliche Führerscheine zum Führen einer größeren Yacht im privaten Gebrauch nicht nötig. Empfehlenswert ist jedoch, auf freiwilliger Basis weitere Kurse zu besuchen und mit dem Erwerb des Sportküsten-, Sportsee- und Sporthochseeschifferscheins Schritt für Schritt seine seemännischen Kenntnisse zu erweitern und den anspruchsvolleren Törnzielen anzupassen.

Weit wichtiger für den Einsteiger aber ist die praktische Erfahrung im Handling der Yacht. Sportbootschulen, Charterunternehmen und auch Hersteller von größeren Yachten bieten bei „Skipperdays“ oder „Yachtworkshops“ Trainingseinheiten für große Yachten an, um interessierten Kunden eventuell bestehende Ängste und Sorgen zu nehmen. So kann man bestens vorbereitet den ersten großen Törn auf eigenem Kiel beginnen.

Tipps für Hausbooteinsteiger

   Kann ich Hausboote ohne Führerschein fahren?

Einen Urlaub auf dem Hausboot zu machen, ist ein wirklich besonderes Erlebnis. Man sagt Hausboot fahren sei die Entdeckung der Langsamkeit. Land und Leute geruhsam vom Wasser aus zu entdecken steht bei einem Hausbooturlaub im Vordergrund.

Nach Einführung der Führerscheinfreiheit bis 15 PS haben Sie zwei Möglichkeiten, sich den Traum vom Hausbooturlaub zu erfüllen:

Auf allen deutschen Bundeswasserstraßen (sowohl im Binnenland als auch an der Küste), mit Ausnahme des Rheins. Hierfür stehen Ihnen Boote bis zu einer Größe von ca. 9 m Länge zur Verfügung. Boote bis zu dieser Länge können ausreichend mit 15 PS motorisiert werden und bieten 4 Personen ausreichend Platz. Auf besonders ausgewiesenen Fahrtstrecken vorrangig in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg können Sie außerdem Boote bis zu einer Länge von 15 m ohne Führerschein mieten. Diese Boote verfügen über einen stärkeren Motor, sind aber auf eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h gedrosselt.

Auf Hausbooten finden je nach Größe zwei bis zwölf Personen Platz. Hausboote können sehr unterschiedlich sein: vom Boot mit Schiebedach, mit Oberdeck und zweitem Steuerstand (Flybridge genannt) bis hin zu traditionellen Motoryachten, die ebenfalls als Hausboote eingesetzt  werden. Sie haben eine Länge zwischen sieben und 15 Metern und eine Breite von zwei bis etwas über vier Metern. Gut ausgestattete Hausboote  verfügen über Warm- und Kaltwasser, Dusche, WC, eine voll ausgestattete Küche mit Kühlschrank und Herd sowie ein großzügiges Raumangebot zum Wohnen und Schlafen.

Auch im benachbarten Ausland können Sie ohne Führerschein Motoryachten und Hausboote mieten. Zu den attraktivsten ausländischen Revieren gehören die Niederlande, Irland und Frankreich mit seinen vielen Kanälen und Flüssen.

Ganz gleich für welche der führerscheinfreien Möglichkeiten Sie sich entscheiden, die Charterunternehmen geben vor der Übergabe des Bootes eine ausführliche Einweisung in Umgang, Bedienung, Regeln und Navigation mit abschließender praktischer Fahreinweisung an Bord. Hausboot fahren ist ganz einfach. Die meisten Boote sind mit Bugstrahlrudern ausgerüstet, so dass An- und Ablegemanöver auch von Anfänger leicht zu bewältigen sind.

Detaillierte Informationen und den einen oder anderen Geheimtipp für das spezielle Revier Ihrer Wahl, halten die jeweiligen Charterunternehmen für Sie bereit.

 

Informationen runf um das Thema Yachtcharter gibt es beim Arbeitkreis Charterboot (AKC): http://www.charterboot.net/

   Sollte ich eine Bootsfahrschule besuchen?

Auf deutschen Gewässern und auch in vielen anderen Ländern ist ein Nachweis über die Befähigung zum Führen eines Motorbootes Pflicht. Ausnahmen gibt es in Großbritannien, Irland, Norwegen, Schweden, Dänemark sowie auf Kanälen in Frankreich wo kein Führerschein verlangt wird. In Holland kann man Führerschein frei mit Booten bis 15m Länge fahren, sofern das Boot nicht schneller als 20 km/h fahren kann.

Aber auch in Deutschland kann man Boote ohne Führerschein betreiben, wenn sie eine Motorleistung von maximal 15 PS haben. Eine weitere Ausnahme gibt es auf einigen Binnenrevieren in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Saarland, auf denen Charterfirmen für Hausboote nach einer ausführlichen Einweisung eine Charterbescheinigung ausstellen dürfen, die den Sportbootführerschein für die Dauer des Urlaubs auf diesen Gewässern ersetzt. Dies ist eine ideale Möglichkeit einen ersten Eindruck zu gewinnen, ob man das Boot fahren spannend findet.

Die Prüfung zur Erlangung der Führerscheine besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Wer sowohl für den Binnen- als auch für den Seebereich einen Führerschein erwerben möchte, sollte mit dem Seeführerschein beginnen. Die praktische Prüfung für den Binnenführerschein braucht dann nämlich nicht wiederholt zu werden. Bei umgekehrter Reihenfolge muss die praktische Prüfung doppelt abgelegt werden.

Die Prüfungsvorbereitung kann man im Selbststudium durchführen oder eine Bootsfahrschule besuchen. Für das Selbststudium gibt es im Fachhandel Bücher und computergestützte Lernprogramme mit den amtlichen Fragebögen. Empfehlenswert ist allerdings der Besuch einer Bootsfahrschule, die neben Prüfungswissen eben auch die  entsprechenden Zusammenhänge vermitteln kann. Ganz abgesehen vom Lernspaß innerhalb einer Gruppe.

Letztendlich wird man ohnehin eine Fahrschule in Anspruch nehmen müssen, um Fahrpraxis zu gewinnen und die prüfungsrelevanten Manöver und sonstigen praktischen Kenntnisse einzuüben. Eine Bootsfahrschule in der Nähe findet man beim führenden Schulverband für die Motorbootausbildung, dem Verband Deutscher Sportbootschulen e.V. (VDS), den Deutschen Motoryachtverband(DMYV), über das Internet, Fachzeitschriften und Bootsmessen.

Manche Angebote einen ausländischen Führerschein zu erwerben sind verlockend, erhalten aber meist nicht die erforderliche offizielle Anerkennung durch die deutschen Behörden. Möglich ist es allerdings, den deutschen Sportbootführerschein Binnen auch im Ausland, beispielsweise während eines Urlaubs, abzulegen. Die Ausbildung für den Sportbootführerschein See ist ebenfalls im Ausland möglich, allerdings muss die Abschlussprüfung in Deutschland absolviert werden.

   Sind Hausboote für Kinder geeignet?

Für Kinder und Jugendliche ist ein Bootstörn ein großer Spaß und ein echtes Abenteuer. Gerade wenn die Kinder größer werden, übernehmen sie gerne auch mehr Verantwortung an Bord und können beim Festmachen zum Beispiel genauso gut einen Knoten machen wie die Eltern. Besonders für Eltern, die auf Grund des Berufs und anderer Verpflichtungen ansonsten nicht so viel Zeit mit den Kindern verbringen können, bieten Ferien auf dem Boot eine perfekte Möglichkeit, sich mit dem Sprössling eingehender zu beschäftigen und durch gemeinsame Erlebnisse die emotionalen Bindungen zu festigen. Für die richtige Atmosphäre hierbei sorgen die Erfahrungen und Arbeiten während der Fahrt, die Teamarbeit erfordern, sowie die abendliche Entspannung - von familiärer Gemütlichkeit beim Sonnenuntergang bis zum spektakulären Angelerfolg, aber vor Allem viel Zeit und Ruhe auf dem Wasser für Gespräche.

Als Eltern sollten Sie vor dem Törn jedoch so wenig wie möglich dem Zufall überlassen und sich gut vorbereiten, was Kenntnisse über das eventuell gecharterte und noch unbekannte Boot, ein neues Revier und dessen Besonderheiten und natürlich Sie und Ihr Kind als Crew an Bord angeht, damit die Reise ein schönes Erlebnis wird. Dennoch passiert während eines Törns bestimmt noch genügend Überraschendes, das im Nachhinein dann oft zur schönsten Urlaubserinnerung wird. Sie selbst kennen Ihr Kind am besten und wissen, was Sie ihm zutrauen können. Wichtig ist, dass Anweisungen in Situationen, die schnelles Handeln erfordern, befolgt werden – sei es einen Fender zwischen Boot und Steg zu platzieren oder die Rettungsweste an Deck anzulegen. Wenn alles rund läuft, können an Bord dann sogar einmal die Rollen von "Kapitän" und "Mannschaft" vertauscht werden - die Kinder werden begeistert sein!

Die Kleinsten, also Säuglinge bis sechs Monate, sind bei einem Törn eigentlich am Unproblematischsten. Es sollte nur genügend Platz an Bord sein für alles, was das Baby so braucht. Seien Sie im Umgang mit dem Kind immer auf die zum Teil unerwarteten Schiffsbewegungen des Bootes auf dem Wasser vorbereitet. Am besten, Sie haben für Manöver wie das Schleusen oder Anlegen eine Autositzschale oder ein entsprechendes Bettchen mit dabei und immer ein Auge fürs Kind.

Kinder zwischen Krabbeln und Laufen wiederum stellen die Bootscrew vor eine permanente Herausforderung. Sie können sich überall hochziehen, zum Teil Leitern erklettern und möchten gern beschäftigt werden. Gleichwohl fehlt ihnen jedes Gefahrenbewusstsein. Deshalb sollte, wenn man in dieser Zeit einen Törn machen möchte, für die Handhabung des Bootes besser noch ein weiteres erwachsenes Crewmitglied zur Beaufsichtigung eingeplant werden und das Kind an Deck zusätzlich mit einer Leine gesichert werden.

Je älter die Kids dann werden, um so mehr können sie über die Technik des Schiffs lernen und Aufgaben an Bord übernehmen. Allerdings wollen sie dafür auch ein möglichst abwechslungsreiches Programm geboten bekommen. Regelmäßige Landgänge, ein Besuch im Erlebnisbad oder in einem Freizeitpark sind dann eine willkommene Abwechslung vom Bordalltag. Viele Probleme mit pubertierenden Jungs und Mädchen erledigen sich oft wie von selbst, wenn ein gleichaltriger Freund mitgenommen werden darf. In jedem Fall gilt: Egal wie viel protestiert wird, sollte das Tragen von Rettungswesten an Deck mit der gleichen Konsequenz wie das Anschnallen im Auto verfolgt werden.

   Erst mitfahren und chartern, dann kaufen.

Sie sind vom Wassersport begeistert? Sie möchten unbedingt eine Segelyacht, ein Motorboot oder ein Kanu Ihr eigen nennen? Bevor Sie sich zum Kauf entscheiden, nutzen Sie die vielfältigen Möglichkeiten, die es im Wassersport gibt, Boote und Ausrüstung auszuleihen. So können Sie in der Praxis testen, welches das richtige Boot oder die geeignete Ausrüstung für Sie ist.

Der Funke springt im Wassersport schnell über, die Faszination dieses Freizeitsports ist riesig, ganz gleich ob es ums Tauchen, Segeln, Motorboot oder Kanu fahren geht. Bei der Entscheidung für die Anschaffung eines eigenen Bootes sollten Sie sich dennoch genügend Zeit einräumen, um zu einer für Sie passenden Kaufentscheidung zu kommen - Ihr neues Traumschiff soll Sie schließlich über die viele Jahre in Ihrer Freizeit begleiten und Ihnen Spaß bringen.

Für alle Arten von Boote und Yachten gibt es vielfältige Möglichkeiten, diese auszuleihen. Dies bietet Ihnen eine hervorragende Möglichkeit verschiedene Boote und Modell auszuprobieren, um so Ihre eigenen Ansprüche an das Boot besser einschätzen zu lernen.

Kleinere Boote wie Kanus, Segeljollen oder Sportboote stehen an vielen Gewässern für die Ausleihe zur Verfügung und können in der Regel tageweise ausgeliehgen werden. Charteranbieter für Yachten und Hausboote stehen natürlich nur an größeren Gewässern oder der Küste zur Verfügung, die für diese Boote geeignet sind. Yachten und Hausboote werden in der Regel nur für Wochenend oder Wochencharter angeboten.

Ein einzelnes Charterunternehmen bzw. ein Bootsverleiher hat meist nur eine begrenzte Modellauswahl in seiner Angebotspalette, aber es stehen in der Regel Boote unterschiedlichen Charakters zur Auswahl, so dass Sie im Laufe der Zeit unterschiedliche Boote kennenlernen können. Je mehr Erfahrungen Sie mit unterschiedlichen Booten sammeln, desto besser werden Sie Ihre eigenen Wünsche an Ihr ideales Schiff erkennen und definieren können.

Ein guter Weg für Einsteiger in den Wassersport bieten auch Segel- und Yachtclubs. Ohne selbst gleich ein Boot anzuschaffen, können Sie als Mitglied in einem Segelclub Erfahrung auf den vereinseigenen Booten sammeln. Mehr Infos dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Segelvereinen.

Auch der Besuch auf Bootsmessen wird Ihnen auf dem Weg zu Ihrem Wunschboot weiterhelfen. Auf den Messen bekommen Sie einen Überblick über das aktuelle Angebot auf dem Markt und können verschiedene Boote miteinander vergleichen. Mit Ihren Erfahrungen aus der Charter können Sie die ausgestellten Boote auf den Messen besser in Bezug auf Ihre Wünsche einschätzen. Testberichte aus den Fachmedien ergänzen Ihre persönlichen Eindrücke von den Schiffen.

Wenn es schließlich konkreter wird und Sie einige Modelle in der engeren Auswahl haben, vereinbaren Sie in jedem Fall Termine für Probefahrten, um die Anwärter für den Bootskauf noch einmal genau auf Ihre Erwartungen abzuklopfen. Sofern es sich um den Kauf eines Gebrauchtbootes handelt, sollten Sie auch die Begutachtung des Zustandes durch einen Sachverständigen in Erwägung ziehen.

Neben dem Kauf eines eigenen Bootes gibt es - vor allem sofern es um größere Boote geht - eine ganze Reihe alternativer Modelle, um sich die Möglichkeit zum Bootsfahren zu schaffen: Mehr zu diesem Thema erfahren Sie in unserem Ratgeber Bootskauf.

   Welches Hausboot ist am besten für mich geeignet?

Zunächst ist es wichtig, sich selbst darüber Klarheit zu verschaffen, wofür man die Motoryacht eigentlich gebrauchen möchte, die man zukünftig sein Eigen nennen will. Denn das ideale Boot für alle Zwecke gibt es nicht und nur wer sein eigenes Anforderungsprofil für die Yacht kennt, kann auf dem riesigen Angebotsmarkt gezielt auf die Suche gehen. Wie so oft steckt auch in dem nicht ganz ernst gemeinten Sprichwort unter Motorbootfahrern „Die Yacht, die man gerade besitzt, ist immer einen Meter zu kurz“ durchaus seine Wahrheit, denn wer wünscht sich nicht viel Platz auf einer Motoryacht und mit der Nutzung kommen immer auch neue Wünsche an das Boot hinzu. 

Die Angebotsvielfalt auf dem Markt setzt dem interessierten Käufer indes keine Grenzen. Es gibt Hausboote mit Fußbodenheizung, großer Dachterrasse und sogar einer Feuerstelle, die das Boot zum Wohnsitz werden lassen können. Für Geschwindigkeitsliebhaber gibt es Yachten mit denen man problemlos so manchen Fahrtenwettbewerb gewinnen kann und trotzdem nicht auf Luxus verzichten muss. Wer wiederum am liebsten richtig sportlich unterwegs sein möchte und hinter dem Boot Wasserski fahren will, sollte eher einen Weekender als größtes für diese Zwecke in Frage kommendes Boot in Betracht ziehen. Es gilt herauszufinden, was man für ein Yachttyp ist. 

Zumeist werden Boote heute aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) hergestellt. Aber auch Holz als der klassische Bootsbauwerkstoff ist heute noch im Einsatz. Holzliebhaber sollten allerdings bedenken, dass Holz ein pflegeintensiverer Werkstoff als GFK ist. Eine weitere Möglichkeit ist ein Boot aus Stahl, also ein sehr robustes Schiff. Auf Grund des höheren Gewichts ist Stahl allerdings am ehesten für langsamere Verdrängeryachten, also eher ruhige Flussfahrten, geeignet. Für leichtere und schnellere Boote wird Aluminium beim Bau verwendet, was den Preis zunächst nach oben treibt, allerdings die Yacht neben dem Gewichtsvorteil sehr witterungsbeständig macht.

Ein weiterer Aspekt ist das Befahren verschiedener Gewässer: kleinere Motorboote sind zum Teil nicht hochseetauglich, so dass unter Umständen auf ein größeres Modell zurückgegriffen werden muss, wenn man sich nicht auf Binnen- und Küstengewässer als Einsatzort beschränken will – aber auch hier gibt es noch große Unterschiede zwischen einfachen Kajütboot-Modellen bis hin zu Luxusbehausungen. Manche Hersteller und Händler sind inzwischen dazu übergegangen, um den Kauf einer neuen Yacht attraktiver zu machen, ganze Pakete mit Liegeplatzvermittlung, Yachtworkshops, sowie Yachtservice oder Vermittlung beim Verkauf des zuvor genutzten Boots anzubieten. So gestalten sich die ersten Schritte mit der neuen Yacht unkomplizierter. 

Ein absolutes Muss ist es, sich vor der endgültigen Kaufentscheidung genau über die Stärken und Schwächen der in Frage kommenden Schiffe zu informieren, Test- und Erfahrungsberichte in Fachzeitschriften und im Internet zu sichten, die Meinungen anderer einzuholen, sich auf einer Messe beraten zu lassen und die Boote selbst Probe zu fahren. Wer weiß, was er möchte und sich gut informiert, minimiert das Risiko einer Enttäuschung und behält den Überblick über die Kosten.

   Brauche ich eine Haftpflichtversicherung?

Anders als im Kfz-Bereich gibt es in Deutschland wie auch z.B. in Holland, Dänemark, Schweden oder Norwegen keine Versicherungspflicht für Sportboote. Die private Haftpflicht, über die viele Haushalte verfügen, deckt allenfalls Schäden, die mit muskelbetriebenen Fahrzeugen verursacht werden. Schäden, die Sie mit Motor- oder Segelbooten Dritten zufügen sind hingegen üblicherweise ausgeschlossen. Diese Deckungslücke sollten Sie im eigenen Interesse schließen, denn bei Unfällen kann es schnell zu unkalkulierbar hohen Ansprüchen von Unfallgegnern, bei Gewässerschäden oder durch die Mitfahrer kommen.

Falls Sie mit Ihrem Boot ins Ausland reisen wollen, sollten Sie berücksichtigen, dass in vielen südeuropäischen Ländern eine Haftpflichtversicherung für das Boot vorliegen muss. In diesen Ländern muss immer ein internationaler Versicherungsnachweis (oft „blaue Karte“ oder „Confirmation of Cover“ genannt) an Bord mitgeführt werden. In dem Versicherungsnachweis sollten dann, neben dem Halter und dem Bootstyp, auch die Rumpfnummer des Bootes und die Seriennummer des Motors aufgeführt sein.

Es gibt auf den Wassersportbereich spezialisierte Anbieter von Versicherungen, die Sie gerne in allen Versicherungsfragen rund um das Boot beraten. Auf den Wassersportbereich spezialisierte Versicherer kennen die Risiken und können im Fall der Fälle kompetent und aus dem Blickwinkel eines Bootsbesitzers heraus helfen. Diese Versicherer werden Ihnen auch spezielle Wassersport-Kasko-Versicherungen anbieten können, auch bei Schäden, Verlust oder Bergung des eigenen Bootes Ersatz leisten.

Hier finden Sie die im Bundesverband Wassersportwirtschaft organisierten, zugelassenen Versicherer: Versicherungsindex beim BVWW

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